Das Bild zeigt eine Frau mittleren Alters, die im Freien joggt und dabei sportliche Kleidung trägt.

Im Detail zeigt das Bild eine Frau, die sich beim Joggen oder Laufen im Freien befindet. Sie trägt eine purpurrote Mütze, eine türkisfarbene, gesteppte Weste und ein langärmeliges Oberteil in einem ähnlichen Farbton. Ihre Hände sind mit schwarzen Handschuhen bedeckt. Die Frau scheint sich in einem Park oder einer ähnlichen Grünanlage zu befinden, da im Hintergrund Bäume und ein blauer Himmel erkennbar sind. Die Äste der Bäume sind kahl, was auf eine kühlere Jahreszeit hindeutet. Das Licht ist hell und sonnig, was eine positive und dynamische Atmosphäre erzeugt. Die Frau wirkt fokussiert und entschlossen, was die Stimmung von Aktivität und Gesundheit unterstreicht.

Die unsichtbare Belastung: Migräne am Arbeitsplatz

Die unsichtbare Belastung: Migräne am Arbeitsplatz

Migräne zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen und trifft viele Menschen mitten im Berufsleben. Da Migräne unsichtbar ist, fehlt im Arbeitsalltag häufig das Verständnis für die Erkrankten – meist aus Unwissenheit. Dabei können schon einfache Anpassungen am Arbeitsplatz Migräne-Attacken reduzieren und Betroffene spürbar entlasten.

Ein flackernder Monitor, ein übervoller Kalender, grelles Neonlicht im Büro – für die meisten Arbeitnehmer ist das Alltag, für Migräne-Betroffene jedoch potenziell ein Auslöser für eine Kopfschmerz-Attacke, die das Arbeiten oft unmöglich macht. Laut Robert Koch-Institut leiden 14,8 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer in Deutschland an Migräne – mit wahrscheinlich deutlich höherer Dunkelziffer. Die meisten von ihnen sind im erwerbsfähigen Alter.

Migräne – mehr als Kopfschmerzen

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, bei der es zeitweise zu Funktionsstörungen im Gehirn kommt. Typische Symptome sind der MigräneLiga e.V. zufolge:

  • Wiederkehrende, meist halbseitige, pochende Kopfschmerzen, die sich bei Bewegung verstärken
  • Übelkeit, Erbrechen sowie ausgeprägte Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit
  • Bei 10 bis 15 Prozent der Betroffenen eine sog. Aura, etwa in Form von Seh-, Sprach- oder Gefühlsstörungen

Eine Attacke kann mehrere Stunden bis hin zu drei Tagen dauern und die Arbeitsfähigkeit massiv beeinträchtigen.

Was im Gehirn passiert

Das Gehirn von Migräne-Betroffenen reagiert besonders empfindlich auf äußere Reize. Geräusche, Licht, Gerüche oder Stress werden weniger gut gefiltert. Dadurch wird das Gehirn schneller überlastet – ein typischer Auslöser oder Verstärker einer Attacke. Während diese Faktoren bei gesunden Beschäftigten größtenteils ausgefiltert werden, können sie bei Betroffenen bereits starke Symptome auslösen.

Typische Auslöser am Arbeitsplatz

Häufige Trigger im beruflichen Umfeld sind:

  • Flackernde oder falsch eingestellte Bildschirme
  • Grelles oder flimmerndes Licht
  • Geräuschkulisse im Großraumbüro
  • Starke Gerüche (z. B. Nahrungsmittel, Parfüm)
  • Termindruck, Stress, unregelmäßiger Schlaf
  • Nicht-ergonomische Arbeitsplätze, die Verspannungen fördern

Viele dieser Faktoren lassen sich mit überschaubarem Aufwand verbessern.

Was Arbeitgeber tun können

Arbeitgeber sollten ergonomische Arbeitsplätze einrichten – das ist ohnehin gesetzlich vorgeschrieben und hilft allen Mitarbeitern. Trennwände in Großraumbüros können die Geräuschkulisse dämpfen. Eine regulierbare, blendfreie Beleuchtung kann optische Reize vermindern. 

Da Migräne-Betroffene von einem gleichbleibenden Schlaf-Wach-Rhythmus profitieren, sollten besonders an Tagen mit erhöhtem Migränerisiko Homeoffice-Optionen ermöglicht werden. Auch kurze Regenerationspausen bei langen Bildschirmarbeitsphasen, in denen Augen und Muskulatur entspannen können, sind hilfreich.

Migräne-spezifische BGM-Konzepte stehen zur Verfügung. Arbeitgeber können bei Informationsveranstaltungen zum Thema Migräne das Verständnis im Team fördern. Betroffene sollten über präventive Therapiemöglichkeiten informiert werden.

Rückzugsräume oder Ruhezonen einrichten, in denen Betroffene bei einer beginnenden Migräne-Attacke kurzzeitig ungestört bleiben, und eine diskrete Einnahme von Medikamenten ermöglichen.

Eine Unternehmenskultur, in der offen über gesundheitliche Einschränkungen gesprochen werden kann, trägt ebenfalls zu einer Verbesserung des Befindens der Betroffenen bei. Führungskräfte sollten für das Thema sensibilisiert und betroffene Mitarbeiter ermutigt werden, frühzeitig das Gespräch zu suchen. 

Was Betroffene selbst tun können

Neben wirksamen Akut- und vorbeugenden Medikamenten gibt es verschiedene nicht-medikamentöse Maßnahmen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt:

  • Regelmäßigen Ausdauersport (z. B. Joggen, Radfahren)
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Psychologische Schmerztherapie mit Stressbewältigungs- und kognitiven Methoden

Praxistipp:

Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, individuelle Auslöser zu erkennen und Behandlungsstrategien zu optimieren.

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