Ein bärtiger Mann und eine Frau im Blazer feiern einen Erfolg mit einem High-Five im Büro.

Das Bild zeigt zwei Personen, einen Mann und eine Frau, die sich an einem Schreibtisch befinden und sich gegenseitig ein High-Five geben. Beide scheinen sich zu freuen, vermutlich über einen geschäftlichen Erfolg. Der Mann trägt ein hellblaues Hemd mit Krawatte und hat einen gepflegten Bart. Die Frau trägt eine weiße Bluse unter einem schwarzen Blazer. Vor ihnen steht ein Laptop auf einem hölzernen Schreibtisch. Im Hintergrund ist eine Ziegelwand, eine Pflanze und eine Tafel mit Diagrammen und Notizen zu sehen. Die Atmosphäre ist positiv und energiegeladen, was durch das Lachen und die Mimik der beiden Personen verstärkt wird. Die Stimmung ist harmonisch und vermittelt den Eindruck eines gut funktionierenden Teams.

Wertschätzung als Motivationsmotor

Wertschätzung als Motivationsmotor

Beschäftigte wünschen sich Anerkennung durch ihre Vorgesetzten – durch angemessene Bezahlung, aber auch durch Wertschätzung. Mit wenig Zeitaufwand und daher weitgehend kostenfrei hilft sie dabei, die Motivation im Betrieb hochzuhalten.

Laut dem Gallup Engagement Index Deutschland 2024 haben nur 9 Prozent der Beschäftigten in Deutschland eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Lediglich 34 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in 3 Jahren noch beim aktuellen Arbeitgeber zu arbeiten. 18 Prozent haben hingegen innerlich bereits gekündigt – der höchste Wert seit über einem Jahrzehnt. Der deutschen Wirtschaft entstanden so 113,1 Milliarden Euro Produktivitätsverluste. 

Die unterschätzte Kraft der Anerkennung

Wertschätzung ist längst zum Erfolgsfaktor geworden. Unternehmen mit einer ausgeprägten Anerkennungskultur sind produktiver, die Mitarbeiterbindung höher. Das direkte, zeitnahe Lob verleiht auch Routineaufgaben in den Augen der Beschäftigten Sinn – und die Würdigung der Leistung für das „große Ganze“ liefert die Motivation und den Stolz auf die eigene Arbeit. 

Eine Befragung von Blackhawk Network aus Februar 2025 zeigt, dass sich 68 Prozent der Befragten bei der Arbeit unterbewertet fühlen. 15 Prozent der deutschen Arbeitnehmer wollen ihren Arbeitsplatz wechseln, weil sie nicht ausreichend Anerkennung erfahren.

Mehr als ein Bonus: Lob vor Geld

Die aktuelle Forschung widerlegt die klassische Vorstellung, dass finanzielle Anreize am meisten motivieren. Eine EY-Jobstudie zeigt: 58 Prozent der Befragten nennen ein gutes Verhältnis zu Kollegen als wichtigen Motivationsfaktor, nur jeder Dritte ein hohes Gehalt. Erfolgsprämien spielen lediglich für 12 Prozent eine wichtige Rolle.

Wie Wertschätzung im Alltag gelingt

Wertschätzung muss nicht kompliziert oder kostspielig sein. Oft machen kleine Gesten den Unterschied, wie beispielsweise ein ehrlich gemeintes Lob des Vorgesetzten, ein aufrichtiges „Danke“ eines Kollegen oder eine spontane Aufmerksamkeit wie ein Eis im Sommer. Auch Dienstjubiläen, Geburtstage oder Hochzeiten sowie der Ruhestandsbeginn sollten im Unternehmen gewürdigt und gefeiert werden. Zudem erhöhen gemeinsam besuchte außerdienstliche Events und Teambuilding den Zusammenhalt unter den Kollegen.

Neben dem Vorgesetzten sind auch die Beschäftigten selbst gefragt: Ausdrückliche gegenseitige Anerkennung unter Kollegen verbessert das Engagement im Team erheblich. Diese sollte sowohl im direkten Kontakt als auch in größerer Runde erfolgen. Wichtig dabei: Wertschätzung muss aufrichtig gemeint sein und sich sowohl auf konkrete Leistungen oder Verhaltensweisen als auch auf die gesamte Person des Mitarbeiters beziehen.

Die Rolle der Führungskräfte

Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle bei der Etablierung einer Wertschätzungskultur – und da liegt ein Problem: Laut Gallup Engagement Index 2024 sind nur 25 Prozent der Beschäftigten mit ihrer Führungskraft zufrieden. Drei von vier Mitarbeitern werden nicht motivierend geführt. Die Hälfte dieser Gruppe sieht sogar erheblichen Verbesserungsbedarf.

Dabei können Führungskräfte mit einfachen Maßnahmen viel bewirken: nach Rat zu fragen und in Entscheidungen einbezogen zu werden zeigt Beschäftigten, dass ihr Engagement und ihre Expertise wahrgenommen und geschätzt werden. In Projektabschlussrunden können Vorgesetzte die einzelnen Teammitglieder mit ihrem professionellen und persönlichen Beitrag zum Gesamtergebnis des Teams würdigen. Entscheidend ist, dass die Anerkennung spezifisch, persönlich und zeitnah erfolgt.

Strategischer Vorteil

Unternehmen, die Wertschätzung systematisch in ihre Kultur integrieren, profitieren gleich mehrfach. Neben einer deutlich höheren Mitarbeiterbindung führt eine Anerkennungskultur zu höherer Kreativität, mehr Engagement und besserer Teamdynamik.

In Zeiten des Fachkräftemangels ist Wertschätzung ein Wettbewerbsvorteil, der sich auszahlt, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in der Zufriedenheit der Mitarbeiter und beim Aufbau eines positiven Arbeitgeberimages, das auf die Gewinnung neuer Fachkräfte zielt.

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